white recall
malerei und installation ausstellungsraum holzstraße 7 münchen 4. juni - 14. juni 2003

white recall 6/2003
Was uns im Augenblick des Vorüberschreitens oder kurzen Verweilens an einem Naturausschnitt berührt, ist nicht das konkrete Stück Natur, sondern der Zusammenhang zwischen Geradem und Durchwühltem, zwischen Farbtupfen und Einheit.
Dieser Zusammenhang, dem wir nicht in überzeugender Weise wissenschaftlich auf den Grund gehen können, bleibt in unserem Gedächtnis lediglich als vage Erinnerung zurück.
Vage bleiben auch die Ölbilder, die mit einem vereinheitlichenden weißen Schleier, der sich über unsere Erinnerung senkt, überzogen sind. Dabei geht es nicht um herausragende Bildmotive. Auch ein verfallenes, herbstliches Staudenbeet oder ein Pflanzkübel vor einer Betonwand tragen diesen Kern in sich: Geraden und Ungeraden, Parallelen und Asymmetrien, Farben und Lichter.
Bei anderen Bildern sind es die Motive selbst, deren Weiß eine Unschärfe erzeugt, ein Verschwimmen, das es insbesondere bei größeren Bildausschnitten unmöglich macht, das Motiv als Ganzes visuell zu erfassen und es sich einzuprägen.
Auch die Rauminstallation greift das Thema des unbestimmten Erinnerns auf. Reales mischt sich mit Unrealem und erschwert es, die Szene eindeutig zuzuordnen.
christina pielken