still painting
malerei und installation ausstellungsraum holzstraße 7 münchen 5. oktober - 19. november 2000

still painting 3/2003
handelt es sich bei diesen mit farbe gestalteten bildträgern um zeichnung oder malerei?
die betonung liegt auf der schwarzen linie, die völlig unabhängig von der farbe oder vom motiv agiert. das heißt, ihr an- oder abschwellen gehorcht allein der form und den dynamischen anforderungen des feldes, das sie umschließt.
neben dieser aktiv aufgefaßten, eigenständigen kontur existieren klar voneinander getrennte flächen, die mit farbe gefüllt bzw. bestrichen sind. jedes feld hat seine eigene farbe, die nicht in sich abgetönt ist. scheinbar spontan durcheinandergewürfelt bunt gehen diese farbfelder doch eine beziehung zueinander ein, treten in interaktion und laden so diesen zweiten komplex ebenso mit spannungen und harmonien auf - verlieren sich jedoch nie im einzelnen, sondern werden beherrscht und zu einem ganzen zusammengefügt.
aus diesen zwei bereichen: der schwarzen linie und der gesamtheit der farbigen flächen ergibt sich für das auge des betrachters das motiv: hund. dabei liegt die intention der künstlerin weder darin, das tierische individuum zu visualisieren, noch den hund an sich oder dessen rassezugehörigkeit zu erfassen: der hund wird zur folie der bildnerischen aussage; er steht exemplarisch für den wettstreit zwischen zeichnung und malerei.
still painting? spürt der frage nach, was das wesen der malerei an sich ausmacht, wo diese steht und wo ihre möglichkeiten in der zukunft liegen.
christina pielken