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die aktuell entstehenden ölbilder bestechen durch eine starke präsenz von grünmasse, von ineinander verwobenem blattwerk.
schon länger beschäftige ich mich mit der frage, wo sich mathematisch beschreibende begriffe wie gerade, krümmung, parallele in der natur in realiter finden, bzw. wo diese begriffe als umschreibung wahrer momente unserer umgebung taugen. dabei interessieren mich aber nur komplexe situationen im freiraum, d.h. ein scheinbares gewühl von beschreibbaren gebogenen, verschobenen und liniengeraden momenten.

diese stengelwelt nehme ich stellvertretend zur menschlichen erlebniswelt und stelle mit den bildern die frage: wo finden wir uns hier in dieser konkreten situation, in diesem speziellen teilraum, in welchen strukturen können wir sein, welche struktur gibt uns heimat?

der betrachter wird aus der distanz durch eine unmittelbare direktheit der bilder angesprochen. tritt man dann näher und lässt sich auf das bild ein, erkennt man die vielfältige farbgebung, komplexe teilbereiche mit lichtern, vor- und zurücktretendem. neben der naturnahen bilderfassung tauchen freie, vom realen abbild abweichende bildsegmente auf. dieses malerisch konzeptionierte auseinanderfallen in visuelle teilbereiche bewirkt, dass das thema nicht als ganzes erfasst werden kann. das auge irrt sozusagen auf dem bildträger hin und her: das visuelle abtasten des bildes steht stellvertretend für die rastlose suche, sich in kompatiblen strukturen niederzulassen, d.h. eine innere heimat zu finden.

diese sicht des einzelnen wird durch durchscheinend aufgetragene begriffe wie "goal", "oil" außerdem auf eine andere ebene gehoben:die lasierten worte setzen die menschliche erlebniswelt der der natur gegenüber bzw. integrieren sich in sie.

christina pielken 10/2010

 

habitat

 

thematische arbeit: natur, struktur, wahrnehmung, suchen, finden und erinnern, wohnen, sich verorten, farbe

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betrachten wir einen beliebigen naturausschnitt - ein paar blätter im see-
rosenteich, ein staudenbeet, maispflanzen - entdecken wir blätter, die
auseinanderfallen oder die sich nebeneinander emporrecken, geraden, parallelen, krümmungen, reflexionen, sich wiederholendes, hell und dunkel, ein breites spektrum an möglicher farbigkeit.

alle diese einzelmomente können uns einen raum geben, können uns wirklichkeit sein.

die bilder versuchen, diese wirklichkeit in ihrer ganzheit visuell einzufangen und darzustellen und ermöglichen so dem betrachter, der sich darauf einlassen mag, ganz hier zu sein, im jetzt zu sein, da nah und fern, licht, farbe und struktur für ihn im bild zu finden sind.

 

christina pielken 10/2011