fall
malerei
und luftskulpturen
ausstellungsraum holzstraße 7 münchen
22. - 30. september 2001

fall 09/2001
Die Bilder
Gezeigt
werden Ölgemälde, auf denen ausschnitthaft oder vollfigurig Puppen
zu sehen sind, die sich im Fallen befinden oder die nach hinten wegkippen.
Diese Puppendarstellungen stehen stellvertretend für die kindliche Gefühlswelt,
die häufig durch Ereignisse im familiären oder häuslichen Bereich
sprichwörtlich aus der Bahn geworfen wird. Dieser häusliche Bereich
wird in einigen Bildern direkt angesprochen, etwa durch die Verwendung von
Wachstischtuch als Bildträger oder durch gestickte Schriftzüge in
Kreuzstichtechnik, welche gerne benutzt wurde und wird auf textilen Spruchbändern
in der Küche oder im Wohnzimmer.
Diese Ereignisse, die die Erfahrungswelt von Kindern und auch von Erwachsenen
in ein Davor und ein Danach gliedern, verändern - wenn auch nicht als
alleinige Urheber - das menschliche Erleben in ein dichotomes Erleben. Eine
Aufteilung unserer Wahrnehmung in zwei Teile und damit in zwei mögliche
Betrachtungsweisen, die gleichzeitig oder ungleichzeitig vorherrschen können,
kommt z.B. im Titel der Ausstellung mit seinen zwei Schreibweisen (lateinischer
Schrift und lautsprachliche Notierung) zum Ausdruck als auch in der Spiegelung,
die an den Bildern "zerfallen I-IV" abzulesen ist.
Die Skulpturen
Materialien des kindlichen Alltags (Frisbee und Hula-Hoop) rücken die
Skulpturen in die Nähe zu den Bildern. Ihre Fragilität und ihr nicht
eigentlich im Material innewohnendes Volumen führen eine existenzielle
Erfahrung bzw. Funktion von Bildhauerei vor Augen: Raum (Luft) ergreifen und
Raum (Luft) verdrängen.
christina pielken